top of page

Quartiervereine wehren sich gegen Vorlagen der Stadt



Oktober 2025


In Zürich leisten die Quartiervereine einen stillen, aber enorm wichtigen Beitrag: Sie organisieren Anlässe, vernetzen Nachbarinnen und Nachbarn, tragen lokale Anliegen in die Politik und halten das Quartierleben lebendig, meist rein ehrenamtlich. Genau diese Arbeit ist in den letzten Monaten unter Druck geraten, weil die Stadt nach mehreren Veruntreuungsfällen (insgesamt rund 246’000 Franken) die Kontrolle über die Quartiervereine deutlich verschärfen will.


Konkret geht es um neue Vorgaben bei der Verwendung von städtischen Beiträgen. Diskutiert wurden unter anderem strengere Finanzregeln wie Kollektivunterschriften, Einschränkungen bei Zahlungsmitteln (etwa keine Maestro-Karten) und der Verzicht auf Barkassen. Zusätzlich plante die Stadt, mit jedem Quartierverein einen eigenen Subventionsvertrag abzuschliessen. Viele Vereine empfanden das als Überregulierung und als Signal des Misstrauens gegenüber Menschen, die ihre Freizeit für das Quartier einsetzen.


Martin Bürki, Präsident der Quartierkonferenz (Dachorganisation der 25 Zürcher Quartiervereine) und FDP-Gemeinderat, hat sich in dieser Debatte klar positioniert: Ja, Fehlverhalten muss Konsequenzen haben und saubere Prozesse sind nötig. Aber die Antwort darf nicht sein, dass man alle Ehrenamtlichen wie potenzielle Verdächtige behandelt und die Vereinsarbeit mit immer mehr Bürokratie überzieht. Bürki hat wiederholt darauf hingewiesen, dass zusätzliche Hürden am Ende nicht „die Täter“ treffen, sondern die vielen Freiwilligen, die den Laden am Laufen halten.


Wichtig ist auch, was politisch korrigiert wurde: Die Stadt wollte ursprünglich externe Revisionen verpflichtend machen. Der Gemeinderat hat diese Linie abgelehnt und ermöglicht, dass weiterhin Laienrevisionen (also vereinsinterne Revision) zulässig bleiben. Damit wurde eine teure, für kleine Vereine oft unverhältnismässige Lösung verhindert und gleichzeitig der Fokus auf praktikable Kontrollen gelegt.


Bürkis Ziel ist eine faire Balance: klare Regeln und Transparenz, aber so, dass Quartiervereine ihre Energie weiterhin in Menschen und Projekte stecken können, statt in Papier und Formulare. Denn lebendige Quartiere entstehen nicht im Amt, sondern dort, wo sich Leute engagieren.



 
 
 

Комментарии


bottom of page